5 Millionen vom FC Bayern für 1860 München? Dreesen gibt die Antwort.
Er war zum 1. Mal zu Gast im Internationalen Presseclub München, Jan-Christian Dreesen, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG. Und damit beginnt er auch, mit der Frage, ob außer ihm noch jemand zum ersten Mal hier sei. Einige wenige Hände gehen nach oben.
Die beiden Moderatoren vom Presseclub weisen sogleich darauf hin, dass man von hier aus immer die Meisterfeier auf dem Münchener Rathausbalkon genau gegenüber vom Presseclub mitverfolge.
Ob es arrogant sei, immer erfolgreich sein und Meister werden zu wollen – das ist dann auch eines der immer mal wieder angesprochenen Themen an diesem Vormittag. Dreesen sagt, nein, zwischen Arroganz und Anspruch läge ein Unterschied. Man könne durchaus nicht davon ausgehen, jedes Jahr Meister zu werden. Eine kleine Erinnerung an die überragende Saison von Bayer Leverkusen folgt. Aber der Anspruch sei natürlich immer da.
Die Nationalmannschaft um den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp war ebenfalls ein großes Thema. Dreesen gibt sich bescheiden, er sei nicht derjenige, der darüber urteilen könne. Aber auch hier müsse der Anspruch höher sein. Nur besser abschneiden als beim letzten Mal? Das wäre dann das Achtelfinale, meint Dreesen halb ernst, halb augenzwinkernd. Ein bisschen zu wenig für den weltgrößten nationalen Fußballverband DFB.
In einem kurzen Nebensatz attestiert Dreesen Klopp ein großes Selbstvertrauen. Ich musste hier etwas lachen. Denn genau das könnte meiner Meinung nach das Schlüsselelement für Erfolg oder Nicht-Erfolg sein. Klopp hat und braucht Selbstbewusstsein, um die Spieler besser leiten zu können. Wie dieses Selbstvertrauen von den restlichen Verantwortlichen beim DFB aufgenommen wird, ist hingegen fraglich. Nicht umsonst liest man die Tage häufiger von einem Imperium, das Klopp sich aufbaue.
Zurück zur Veranstaltung mit Jan-Christian Dreesen: Die andauernden Wechselgerüchte um Michael Olise bezeichnet der Vorstandsvorsitzende als „Fortsetzungsroman“, der zwar in der Intensität verwundere, aber auch stolz mache. Schließlich zeige das, wie wertvoll der Spieler gerade während seiner Zeit beim FC Bayern geworden ist.
Eine Journalistin aus Indien ist anwesend. Sie fragt, wann denn der FC Bayern seine Sommerreise mal wieder nach Indien mache. Dreesen stimmt zu, dass es wieder an der Zeit wäre, wann kann er jedoch nicht sagen. Ob man dafür nicht einen Spieler aus Indien verpflichten sollte, kommt eine Nachfrage. Dreesen sieht das als berechtigte Frage an, betont aber, dass erst die Qualität und dann die Nationalität eine Rolle beim FC Bayern spiele. Hier muss ich sagen, so ganz glaube ich ihm das nicht.
Interessant war auch das Thema „Einführung von Playoffs“, sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern. Dreesen sieht sich eher als Verfechter des traditionellen Systems und betont, dass in dieser Hinsicht weder bei den Frauen, noch bei den Männern bisher etwas beschlossen wurde. Es geht auch um Spielergehälter und Provisionen von Spielerberatern. Um Joshua Kimmich, der sich selbst vertritt. Und um die Verpflichtung sowie den Geburtstag von Harry Kane, dem Jan-Christian Dreesen noch nicht gratuliert hatte, wie er zugab.
Und dann war da noch die Frage, ob der Absturz des Stadtrivalen 1860 München Schadenfreude hervorrufe beim FC Bayern sowie die kleine Idee, ob man nicht mit 5 Millionen aushelfen könne. Dreesen ist bemüht, das „Nein“ nicht allzu schnell auszusprechen. Schadenfreude sei nicht angebracht, wenn es einem Verein schlecht gehe. Das sei weder für den Fußball noch für die Stadt München gut. Geld geben könne der FC Bayern jedoch auch nicht, da wären einige Vereinsmitglieder und Fans dann doch dagegen. Einer der Moderatoren hilft aus und meint, nach der Aktion mit der Flagge bei der Meisterfeier sei eine finanzielle Unterstützung nicht mehr möglich, was Dreesen lachend und dankend als Erklärung annimmt.