Wann ging es beim FC Bayern zuletzt um Fußball
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Wann ging es beim FC Bayern zuletzt um Fußball?

MiaSanMia – oder? Aber wann ging es beim FC Bayern zuletzt wirklich um Fußball?
Es ging um Corona, es ging ums Impfen, es ging um die Situation in der Ukraine, es ging um Katar, es ging um Vertragsverlängerungen…
Wir erinnern uns: in der Hochphase der Pandemie stellte Julian Nagelsmann sogar die Frage, ob es auch andere Wortmeldungen außer zu Corona gäbe. Gab es so gut wie nicht. Im „legendären“ Kimmich-Interview zu seinem Impfstatus meinte Joshua Kimmich, der Reporter werde ja auch noch Fragen zum Spiel haben. Hatte er nicht. Das Drama in der Jahreshauptversammlung bleibt ebenfalls unvergessen. Und wie oft allein Robert Lewandowski sich angeblich für oder gegen einen Wechsel zu allen möglichen Vereinen entschieden hat, können wir alle nicht mehr zählen. Der wieder nicht bekommene Ballon d’Or war wochenlang Thema. Dazu die beliebten Meldungen, wer gerade an „fehlender Wertschätzung“ leidet, was immer diese fehlende Wertschätzung auch sein mag. Spieler, die auch abseits vom Platz alle Annehmlichkeiten bekommen plus Millionen auf ihr Konto – was genau meinen die mit Wertschätzung eigentlich? Wie auch immer, der Fußball ist in den Hintergrund getreten. Das liegt vielleicht auch daran, dass der FC Bayern zumindest nach außen hin das „MiaSanMia“ propagandiert. Die große FC Bayern Familie. Klar, dass dann jeder denkt, er kann mitreden und mitwirken bei allem, was eigentlich lediglich die Verantwortlichen regeln sollten. Zudem ist die in München sowieso schon immer schwierig gewesene Medienlandschaft nun durch unzählige neue Sender und Onlinemedien fast komplett außer Kontrolle geraten. Jeder muss irgendetwas liefern, um Zuschauer oder Leser zu bekommen und zu behalten bei all der Konkurrenz, die sich aktuell auf dem Markt tummelt. Da gibt es diejenigen, die „wichtig“ genug sind, um regelmäßig ihre Interviewzeiten zu bekommen, und diese dann unbedingt nutzen wollen, um eine bestimmte Antwort zu bekommen. Und es gibt diejenigen, die von der Pressestelle des FC Bayern überhaupt nicht berücksichtigt werden, die dann Tag für Tag irgendwelche Meldungen zusammenschreiben und umschreiben, um im Haifischbecken Internet nicht unterzugehen. Sie alle gehören irgendwie dazu, zur großen FC Bayern-Familie. MiaSanMia. Ob ein Spiel gut oder schlecht war, der Fußball an sich, ist dabei nicht so interessant. Viel interessanter ist das Warum? Das Drumherum, all das, was für ein Ergebnis verantwortlich sein kann…könnte. Das ist die Fußballwelt des 21. Jahrhunderts. Das ist vor allem der FC Bayern. Kann man damit umgehen? Kann man sich als Spieler trotzdem weiter auf seine Kernaufgaben konzentrieren? Fast täglich wird von Robert Lewandowski irgendwo in den sozialen Medien gefordert, er solle sich endlich klar positionieren. Etwas, was gegen jede Regel bei Vertragsverhandlungen wäre. Deswegen macht er das auch nicht. Und deswegen wird eben weiter spekuliert. Denn Mia san ja mia, wir sind eine Familie. Da können wir sowas auch verlangen. In einer Familie bespricht man sowas doch. Oder?

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