BVB gegen FCB
Bundesliga

Borussia Dortmund gegen den FC Bayern – wie immer eine Aufregung wert

Wenn man das Spiel Borussia Dortmund gegen den FC Bayern nur über die sozialen Medien verfolgt hätte, könnte man denken, der FC Bayern hat das Spiel nur mit Hilfe von Schiedsrichter Felix Zwayer gewonnen. Auch Bezüge zum Wettskandal 2004 wurden wieder hergestellt. Von „Der Schiedsrichter pfeift – wie immer – nur für die Bayern“ bis hin zu Ausdrücken, die ich lieber nicht wiedergebe, war alles zu finden. Schaut man sich das Spiel aber aus neutraler Sicht an, so muss man – leider, liebe BVB-Fans – jedoch sagen, dass Felix Zwayer in diesem Fall insgesamt eine sehr gute Leistung abgeliefert hat. Im Gegenteil, einige Fouls in der 1. Halbzeit an Lewandowski und Goretzka wurden überhaupt nicht gepfiffen. Auch ein Einwurf für den FC Bayern wurde an den BVB gegeben. Und dann waren da noch die beiden Situationen, die einmal zu einem Elfer („natürlich für die Bayern“) und einmal nicht zu einem Elfmeter („natürlich zugunsten der Bayern“) geführt haben.

Gleich mal vorneweg. Den Elfmeter für den FC Bayern hätte der Schiedsrichter nicht gegeben, wenn der VAR es ihm nicht nahegelegt hätte. Zugegeben, ich habe mir diese Szene nochmal an die 20 Mal angeschaut. Und ja, der Arm von Hummels war draußen, ob gewollt oder nicht, und Thomas Müller wäre sonst vielleicht an den Ball gekommen und hätte ihn in typischer Müller-Manier ins Tor befördert. Vielleicht. Diesen Elfer kann man also durchaus geben. Hummels hatte übrigens bereits beim Foul an Goretzka den Arm draußen, und das meiner Meinung nach nicht ganz so unabsichtlich wie das von manchen Kommentatoren gesehen wurde.

Die andere Situation war diejenige, die wohl auch der Auslöser für die gelb-rote Karte an BVB-Trainer Rose gewesen war: alle BVB-Fans und die Verantwortlichen hatten ein Foul von Hernández an Reus gesehen, im Strafraum. Auf den ersten Blick mag das auch so ausgesehen haben. Aber bei genauerem Hinsehen – auch diese Szene hab ich mir einige Male angeschaut – wurde ein Pass Richtung Reus gegeben, Hernández ist aber vor Reus am Ball, und Reus kommt von seitlich rein. Mal ehrlich, liebe BVB-Fans: schaut euch die Szene mal ein paar Mal an. Wäre es umgekehrt gewesen, die gleiche Szene im Bayern-Strafraum, ihr würdet sicher auch nicht für Elfmeter entscheiden. Es war keiner. Die gelbe und später die gelbrote Karte an Trainer Rose, ok, die hätte vielleicht nicht sein müssen. Was genau Rose alles gesagt und getan hat, weiß ich aber nicht. Insofern, manchen Trainer muss man wohl leider schon mal in die Schranken weisen, um wieder etwas Ruhe reinzubringen.


Zum Spiel: Die ersten 20 Minuten hat der FCB deutlich das Spiel gemacht, danach war es ein Wechselspiel, wobei der FC Bayern oft am Drücker war und die meisten Chancen des BVB durch Fehler des FC Bayern entstanden sind. Umgekehrt auch einige Male, dabei gerne durch Fehler von Mats Hummels.

Interessant fand ich dieses Mal die Rolle von Robert Lewandowski, der sich deutlich mehr ins Spiel eingebracht hat als die Wochen zuvor. Es wurde ja schon spekuliert, dass Niederlagen, wie der nur zweite Platz beim Ballon d´Or, ihn bisher immer angespornt haben. Scheint, als würde das stimmen. So aktiv habe ich ihn länger nicht gesehen. Er war immer da, hat sogar verteidigt, sich gut ins Spiel eingebracht, war öfters weit hinten in der eigenen Hälfte und hat sich dort die Bälle geholt und an seine Mitspieler abgegeben – bereits in der 4. Minute ein guter Pass auf Müller und in der 5. Minute auf Sané, in der 36. Minute eine schöne Vorlage für Coman. Beim 1:1 war er sofort zur Stelle, hat den Ball gekonnt mitgenommen und zum Ausgleich versenkt. So wie man ihn kennt. Ansonsten war er oft auf Positionen zu finden, wo man ihn früher selten gesehen hat.

Doch auch wenn Lewy gerne mehr als Mannschaftsspieler fungieren möchte seit dieser Saison, was er auch durchaus gut und den FC Bayern unberechenbarer macht: Für den FC Bayern finde ich es trotzdem nicht gut. Denn in schwierigen Spielen gegen stärkere Gegner, wie auch dieses Mal gegen den BVB, werden zu viele Chancen von den anderen vergeben. Brand und Haaland auf der BVB Seite haben da ein anderes Zusammenspiel gezeigt, genau so, wie es noch in der letzten Saison auch oft beim FCB zwischen Lewandowski und seinen Mitspielern der Fall war. Und wie Erling Haaland solche Chancen verwerten kann, weiß man ja.

Lewandowski jedoch steht in dieser Saison oft frei und gut zum Tor (als Beispiel diesmal die 40. Minute), winkt auch, wird aber nicht angespielt. Ein Schicksal, dass er sich derzeit übrigens oft mit Leroy Sané teilt. An Lewandowskis etwas abgewandelte Elfmeter-Technik muss ich mich noch gewöhnen, da konnte ich dieses Mal fast nicht hinschauen. Ist aber – zumindest aus Bayernsicht gesehen – ja gut ausgegangen. Die gelbe Karte für Lewandowski kurz vor Schluss war dann allerdings komplett gerechtfertigt, und das weiß er auch.

Gut gefallen auf BVB-Seite hat mir natürlich Julian Brandt, bei dem ich schon bei der EM in Russland 2018 auf mehr Einsatz gehofft hatte. Ich freue mich, dass er jetzt wieder richtig da ist. Umso schlimmer natürlich die Verletzung aus diesem Spiel. Gute Besserung an dieser Stelle. Die Auswechslung von Erling Haaland war ok, auch wenn es ihm nicht gepasst hat und die Fans sicher noch auf ein spätes Tor ihres Stars gehofft hatten. Ich finde aber, er sollte noch etwas geschont werden, damit er nicht wieder einen Rückfall erleidet und erneut für längere Zeit ausfällt.

Fazit: Der BVB hat sich das Spiel, das System des FC Bayern aufdrücken lassen, allerdings jeden der doch zahlreichen Fehler zum Konter genützt. Der (nur) knappe Sieg des FC Bayern mit 2 Gegentoren war die Folge davon.

Ach ja, die „Messi“-Rufe ignoriere ich mal, auf diese Stufe begebe ich mich nicht. Robert Lewandowski hat die beste Antwort durch seine 2 Tore ja schon gegeben.

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