Der Neffe von...
Bundesliga

„Der Neffe von…“

Er heißt Lucas Copado. Genannt oder beschrieben wird er aber meistens als „der Neffe von“. Denn er ist nunmal der Neffe von Hassan Salihamidžić. Es dürfte nicht leicht werden für den 18-jährigen, denn häufig wird er erstmal danach beurteilt. Während Fachleute und Sportexperten vor allem große Leistungen aufgrund der Verwandtschaftsverhältnisse erwarten und jeden noch so kleinen Patzer genau beobachten werden, ist in den sozialen Medien und unter den Fans der häufige Tenor, dass er sowieso nur eben wegen dieser Verwandtschaftsverhältnisse auf dem Platz steht. Der Abschluss der Zusammenarbeit zwischen Hassan Salihamidžić und Hansi Flick, bei dem sich ein Großteil der Fans auf die Seite des Trainers gestellt hat, dürfte zu dieser Meinungsbildung einiges beitragen. Klar kann es sein, dass auch ein Lucas Copado nicht den Sprung zum FC Bayern geschafft hätte, ohne seine „Beziehungen“, vielleicht würde er dann in irgendeiner Mannschaft im Amateurbereich vor sich hin kicken. Es ist aber nunmal so, dass Spieler durch dieses oder durch anderes Glück irgendjemanden im Profibereich auffallen, und damit ihre Chance bekommen. Und genau die sollten sie auch erhalten. Jede und Jeder, der selbst „Tochter oder Sohn von“ jemandem ist, der seinen eigenen beruflichen Weg bereits vorher beschritten hat, wird das bestätigen können. Es ist erwartbar und erschreckend zugleich, wieviel Gegenwind man sofort bekommt, wenn man „einem Neffen von…“ ein gutes Spiel bescheinigt. Objektivität gibt es da kaum. Auch der recht erfrischende Einsatz des Stürmers beim Spiel der Bayern-Profis wurde häufig unter diesem Vorzeichen betrachtet und „diskutiert“. Langsam sollte es aber gut sein. Wir wissen es mittlerweile alle: Er ist „der Neffe von Hassan Salihamidžić“. Ich finde, ab jetzt sollte er Lucas Copado sein.

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