Gabriel Vidovic hat den FC Bayern verlassen
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Vidović – Abschied ohne Wiederkehr?

Abschied ohne Wiederkehr? Und wieder ist ein vielversprechender Nachwuchsspieler vom FC Bayern an einem anderen Verein verliehen worden. Das Prinzip ist ganz einfach: Bei den FC Bayern Amateuren fallen sie besonders auf, dort spielen sie, bis sie eigentlich zu gut sind für die Amateure, sie bekommen einen Profivertrag. Und dann entscheidet sich: Einsatz in der 1. Mannschaft, oder Leihe. Nur wenige schaffen sofort den Sprung als Stammplatz-Anwärter in die Profimannschaft. Und die Konkurrenz wird auch nicht kleiner. Doch bei den Amateuren nützen sie dem Verein auf lange Sicht wenig. Denn so sehr sich Fans auch über Siege der FC Bayern Amateure freuen, viele Erfahrungen kann ein so talentierter Spieler dort nicht mehr sammeln.

Nach Malik Tillman ist nun also Gabriel Vidović auf dem Weg zu einem Verein in einer anderen Liga. Vitesse Arnheim heißt der Verein. Und ich muss zugeben, besonders viel konnte ich mit dem Namen im ersten Moment nicht anfangen. Außer, dass der niederländische Verein wohl eine gute Adresse für talentierte Spieler sein soll. Vidović kam aus Augsburg zum FC Bayern, und der FC Augsburg war u.a. auch wieder im Gespräch den 18-jährigen zu verpflichten. Ich hätte ihn gerne dort gesehen, lieber als bei Vitesse. Dann wäre er wenigstens der Bundesliga erhalten geblieben, und man hätte seine weitere Karriere gut mitverfolgen können. So verschwindet manch spannendes Talent für die Fans oft komplett von der Bildfläche.

Aber die Verantwortlichen des FC Bayern werden (hoffentlich) mehr Zeit und Muse haben, den weiteren Karriereweg ihrer ausgeliehenen Spieler zu verfolgen. Schließlich müssen sie irgendwann entscheiden, ob sie ihn wieder zurück holen, oder nicht. Sollte man meinen. Erst vor ein paar Monaten schrieb dazu allerdings die tz, dass sich die ausgeliehenen Spieler wohl darüber beschweren, dass der FC Bayern ihre Entwicklung zu wenig verfolge. Und in der Tat gewinnt man nicht gerade den Eindruck, als würde der FC Bayern junge Spieler mit einem Profivertrag ausstatten, um sie in der Profimannschaft spielen zu lassen, sondern, um sie gewinnbringender verkaufen zu können.

Paul Wanner ist mit seinen erst 16 Jahren der nächste, bei dem regelmäßig Gerüchte um eine Leihe die Runde machen. Aktuell will der FC Bayern diesen Spieler jedoch selber aufbauen mit regelmäßigen Einsatzminuten. Wanner selbst will offenbar auch nicht unbedingt weg. Ob es dem FC Bayern wirklich gelingt, Talente selbst an den Profikader heranzuführen, wenn sie nicht wie z.B. Jamal Musiala direkt einschlagen, bleibt abzuwarten, und hängt wohl auch vom Verlauf der jeweiligen Saison und den daraus resultierenden Möglichkeiten ab. Zurück zu Vidović. Es ist schade, dass wir ihn nun wohl aus den Augen verlieren. Er ist ein großartiger Spieler. Aber so läuft nunmal das Geschäft.

Es sind wenige Spieler, die den Weg zurück zum FC Bayern wirklich schaffen. Manche schaffen es sogar nicht einmal dort, wohin sie verliehen wurden, wie aktuell zum Beispiel Bright Arrey-Mbi, der von Köln vorzeitig nach Hannover weiter verliehen wird. Torwart Alexander Nübel ist auch so ein Verleih-Beispiel. Aktuell wird er zwar wieder als Neuer Nachfolger gehandelt, ob es dazu kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Zirkzee ist ebenfalls ein bekannter Name im Verleihgeschäft. Oder Cuisance. Oder Chris Richards. Sie alle kamen nicht zurück, um zu bleiben.

Blickt man auf die Leihspieler der vergangenen Jahre zurück, kann man im Prinzip sagen: Wer verliehen wird, ist draußen. Was gerade bei einem Talent wie Vidović oder auch Tillman mehr als schade wäre. Wanner wird wissen, warum er nicht mehr Einsatzzeiten verlangt. Denn wer weg ist, kommt selten für länger zurück. Und das muss nicht einmal daran liegen, dass einzelne Spieler nicht gut genug sind für den FC Bayern. Die Konkurrenz ist einfach zu groß. Denn während die einen bei anderen Teams Erfahrungen sammeln und sich beweisen wollen, kommen bereits die nächsten nach. An viele der verliehenen Spieler aus den früheren Jahren erinnert man sich nicht mal mehr, wenn man deren Namen hört.

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