ESV-Stadion
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Dramatik pur in der Landesliga-Relegation

Es muss nicht immer der FC Bayern sein, Dramatik pur gibt es auch in der Landesliga Relegation. Als „intensiv“ bezeichnete der ESV Freilassing selbst sein Relegations-Hinspiel gegen SB Rosenheim. Für die Fans des bisherigen Bezirksligisten war es wohl ein Gefühlschaos zwischen Begeisterung und Fassungslosigkeit. Während in der ersten Halbzeit nichts groß Nennenswertes passierte, hatte es die 2. Halbzeit in sich.
Zu Beginn des Spiels sah es ein paar Minuten nach einer Überlegenheit des Landesligisten aus Rosenheim aus, doch schnell waren sich alle einig: allzu viel kam von den bisher 1 Liga höher spielenden Rosenheimern dann doch nicht. Man konnte die ESV-Kicker durchaus als gleichwertiges Team betrachten, eher sogar als die dominierendere Mannschaft. Das bestätigte sich dann gleich zu Beginn der 2. Halbzeit. Innerhalb von knapp 5 Minuten führten die Eisenbahner durch 2 Tore von Spielertrainer Albert Deiter sowie 1 Tor vom jüngeren Goalgetter Marco Schmitzberger mit 3:0. Die Überraschung, aber vor allem natürlich die Begeisterung war groß bei den Fans im heimischen Max-Aicher-Stadion. Den Sieg hatte man in der Tasche, der Aufstieg in die Landesliga in greifbarer Nähe. So dachten zumindest die Fans. Und vielleicht auch die Mannschaft selbst, denn was dann folgte, machte so manchen ihrer Fans fassungslos. 6 Minuten nach der 3:0 Führung begannen die 20 Minuten der Gäste, die in dieser Zeit den 3:3 Ausgleich schafften. Und zwar nur mit Einladung und Hilfe der Gastgeber, die, wie es so schön heißt, „um Gegentore bettelten“. Und so hörte man schon manchen erbosten Fan, dass mit dieser Leistung ein Aufstieg in die Landesliga auch nicht gerechtfertigt sei.
Hin-und-Her-Geplänkel im eigenen Strafraum, der Torwart weit vorm Tor und einige Unachtsamkeiten der sonst sehr sicheren Abwehr ermöglichten den Gästen den 1. Treffer, der sie zurück ins Spiel brachte. Ein 2. Treffer mit ähnlicher Vorgeschichte konnte noch abgewehrt und zur Ecke geklärt werden. Doch wenige Minuten später ebenfalls ein Geplänkel im Strafraum, ein Fehlpass vom Torwart und der 2:3 Anschlusstreffer. Fast das gleiche Bild wiederum wenige Minuten später. Der Ball so gut wie im Tor, der Freilassinger Torwart vor dem eigenen Strafraum griff zum letzten Mittel, den Ausgleich zu verhindern: unerlaubtes Handspiel außerhalb des Strafraums. Und natürlich die rote Karte für den Freilassinger Schlussmann, der somit auch im Rückspiel nicht zur Verfügung steht. Es dauerte einige Zeit, bis die Freilassinger wieder begannen, die Bälle zumindest aus dem eigenen Strafraum nach vorne zu bringen, doch mittlerweile witterten die Rosenheimer wieder ihre Chance, ins Spiel zurück zu kommen. Ein Freistoß konnte zwar noch vom Ersatztorwart des ESV abgewehrt werden, landete im Nachschuss jedoch im Netz zum 3:3 Ausgleich.
In den letzten 15 Minuten des Spiels waren die Nerven der heimischen Fans stark gefordert, sahen viele doch schon die drohende Niederlage voraus. Es blieb jedoch beim Unentschieden, als der für viele wohl erlösende Schlusspfiff ertönte. Am Ende ein 3:3, das durch viele Unachtsamkeiten und Fehler enstanden ist. Und das die Spannung für das Rückspiel am 29. Mai um 16 Uhr in Rosenheim hoch hält. Da die Auswärtstorregel in dieser Relegation noch Bestand hat, müssen die Freilassinger auf jeden Fall gewinnen, um in die nächste Runde der Relegation einziehen zu können. Auch wenn die Rosenheimer auf einige wichtige Spieler verzichten müssen, leicht werden sie es dem ESV vor heimischem Publikum jedoch sicher nicht machen. Vielleicht ist dieser Druck aber gar nicht so schlecht für die Eisenbahner, denn ebenso wie SB Rosenheim haben sie in der vergangenen Saison auch einige Spiele nach Rückstand noch gedreht.

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