Max Eberl als junger Spieler
Bundesliga / Allgemein

Großer Respekt vorm „Eberl Maxi“

Es ist Max Eberl sichtlich nicht leicht gefallen die Entscheidung, und trotzdem hat er sie getroffen. Manch einer hat so eine Entscheidung zu spät bzw. gar nicht getroffen. Werbeverträge, große Konkurrenz, ständige Diskussionen über die eigene Person und das Privatleben, Leistungsdruck. Doch was in der heutigen Zeit im Profifußball oft vergessen zu werden scheint, ist der Mensch. Eigentlich das wichtigste „Kapital“ in jedem Profisport. Und doch steht genau dieser häufig hintenan. Und wird auch in der heutigen Berichterstattung selten gesehen. Es geht ja auch um den Sport. Doch sollte man trotzdem den Menschen dahinter nicht übersehen. Geschuldet ist das vielleicht auch der großen Anzahl an neuen „Medien“, die, um bestehen zu können, manche eigentlich längst oft genug besprochenen Sachverhalte wieder und wieder hervorkramen müssen. Doch ist es für viele Medien ansonsten kaum möglich, über manche Dinge im Profifußball zu berichten. Denn an eigene Eindrücke oder gar Interviews zu kommen, ist für die vielen neuen und vor allem kleineren Medien kaum möglich. Da haben die Vereine und ganz besonders der FC Bayern München aus verschiedenen Gründen ein Auge drauf. So werden eben des öfteren Sachen immer wieder geschrieben, was für manchen Sportler vielleicht nicht nachvollziehbar ist. Auf der anderen Seite – würden die Vereine jedem ständig ein Interview gewähren, wären Sportler und Verantwortliche noch mehr gefordert. Hier beisst sich die Katze wohl in den Schwanz.


Und auch von Fans werden Spieler leider oft nicht als Menschen gesehen, wenn nicht alles nach Plan läuft. Nur kurz als aktuelleres Beispiel die Pfiffe gegen Leroy Sané, weil er mal eine Zeitlang nicht so gespielt hat, wie man sich das erhofft hatte. Geholfen hat ihm das sicher nicht. Aber auch da gibt es Gründe für das Verhalten der Fans. Auch das ist ein kleines Hamsterrad, in dem sich der Profisport befindet.
Nun hat also Max Eberl seinen wohl sehr geliebten Job als Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach aufgegeben. Anfang der 1990er Jahre habe ich Max oft bei den Bayern Amateuren und beim Training des FC Bayern gesehen. Er war für uns „der Eberl Maxi“. Immer freundlich, immer offen. Und ganz sicher kein oberflächlicher Mensch. Wann genau er zu „Max Eberl“ geworden ist, kann ich gar nicht wirklich sagen. Vermutlich durch seine Positionen als Verantwortlicher statt als Spieler. Nach seiner aktiven Sportlerzeit beim FC Bayern hab ich ihn ein bisschen aus den Augen verloren. Heute aber sieht man ihm das, was die schillernde Fußballwelt mit schon so manchem Spieler gemacht hat, doch deutlich an. Überraschend kommt sein Rückzug für mich also nicht.


So eine Entscheidung ist in der heutigen Zeit nicht leicht. Den Menschen vornean zu stellen. Dabei ist es so wichtig sich zu fragen, kann ich das noch, und innezuhalten, um neue Kraft und Energie zu tanken. Das sollte man bei allem Leistungs- und Erfolgsdruck in der heutigen Zeit nie vergessen… Eine Balance im Profifußball zu finden, ist schwierig. Das bringen die gegebenen Umstände nun mal mit sich. Die Erwartungen sind hoch, wer bestehen will, muss einiges geben. Ändern können wird man daran nicht viel. Auch wenn jetzt wieder Rufe laut werden à la „Hat man aus Enkes Tod nichts gelernt?“ oder bestimmt einige Experten das „Burnout“-Syndrom erklären werden.

Was man verkraften kann und was man dafür opfert, das kann nur jeder für sich selbst bestimmen. Deshalb habe ich ganz großen Respekt vor Max Eberl, vorm Eberl Maxi, und seiner Entscheidung.

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