Jamal Musiala - die Nummer 42
Bundesliga

Jamal Musiala – warum es manchmal gut ist, wenn andere besser sind

Jamal Musiala war DIE Entdeckung der vergangenen Monate. 18 Jahre jung und nicht nur beim FC Bayern, sondern auch in der Nationalmannschaft der Joker schlechthin. Laut transfermarkt.de ist er Stand 21. Oktober 2021 auf Platz 12 der „wertvollsten Spieler der Bundesliga“. Nicht schlecht für den zweitjüngsten Torschützen in der Geschichte des DFB. Mit seiner gedribbelten Unbekümmertheit begeisterte er die letzten Monate Experten und Fans sowohl auf dem Platz, als auch durch seine erfrischenden Interviews. Denn sowohl hier wie da sah man ihm deutlich an: Er hat „Spaß und so“… Keiner bringt inhaltsarme und grammatikalisch inkorrekte Sätze so sympathisch rüber wie Jamal Musiala. Und genau deshalb mögen wir ihn.
Nicht zuletzt die vorübergehend schlechtere Form von seinem Teamkollegen Leroy Sané trug dazu bei, dass Musiala immer öfter auf dem Platz zu sehen war.

Nun ist Sané zurück, und das schneller und besser als doch viele vermutet hatten. Auch Kingsley Coman hat nach seiner OP-Pause sofort wieder gezeigt, dass man an ihm nur schwer vorbei kommt. Die Einsatzzeiten des jungen Musiala werden weniger. Jamal ist sich der starken Konkurrenz bewusst. Er sieht sich selbst aber als flexibel genug an, auf mehreren Positionen eingesetzt werden zu können. Trotzdem dürfte ihm die länger werdende Zeit auf der Bank nicht gefallen. Obwohl es ihm gut tut. Er wurde früh und schnell in den Himmel gelobt, kein Geringerer als Lothar Matthäus hat bei der EM 2021 für seinen Einsatz plädiert, Fans sehen in ihm den nächsten Mbappé.
Für einen jungen Spieler kann das neben Ansporn auch negative Auswirkungen haben. Auch Musiala sieht bei genauem Hinsehen nicht mehr ganz so unbekümmert aus, seine Interviews sind nicht mehr ganz so „Confidence und so…“. Vielleicht tut es ihm ganz gut, wenn er wieder ein bisschen runter kommt, die Basics nicht vergisst, und schon jetzt lernt, dass man gerade ganz oben auch viel Durchhaltevermögen braucht. Vertrauen und Unterstützung vom Verein vorausgesetzt. Aber die dürften sowieso da sein.

Viele junge Talente sind genau das geblieben – ewige Talente. Oder waren nach kurzer Zeit komplett wieder von der Bildfläche verschwunden. Roque Santa Cruz, Paolo Guerrero, Breno oder Sebastian Deisler sind nur einige Beispiele, die in jungen Jahren zum FC Bayern, aber nie wirklich über den Status eines „Talents“ hinaus kamen. Dafür aber zum Teil massive Probleme bekamen. Sicher, heute ist eine andere Zeit. Auch beim FC Bayern weiß man heute, wie wichtig die Psyche oder gute Gespräche zwischen Mannschaft und Trainer sind. Dass die Spieler trotz aller Annehmlichkeiten, die sie durch ihren Status haben, trotzdem immer noch Menschen sind. Keine Maschinen. Aber man kann schnell etwas übersehen. Und genau deshalb ist es gut, wenn auch ein Musiala von Anfang an lernt, dass ihm nicht alles zufliegt. Dass man auch mal scheitern kann. Wenn ein junges Super-Talent wie Jamal Musiala schon von Beginn an ab und zu auch mal wieder aus der Schusslinie genommen wird. Im doppelten Wortsinn. Damit seine Rückennummer 42 vielleicht einmal eine der ganz Großen wird. Und vor allem, damit er genau das bleiben kann, womit er uns jetzt so begeistert: Jamal und so…

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